# Verfügbarkeit berechnen: Was 99,9 % Uptime in echter Ausfallzeit bedeuten

> Rechne jede SLA-Neune in echte Ausfallzeit um, und erfahre, was die Zahl im Kundenvertrag wirklich heißt.

Source: https://uptimeify.io/de/blog/verfuegbarkeit-berechnen-sla-rechner

„99,9 % Verfügbarkeit" bedeutet **8,76 Stunden Ausfall pro Jahr**, oder rund 43 Minuten pro Monat. Verfügbarkeit berechnest du mit einer simplen Formel: `(Gesamtzeit − Ausfallzeit) ÷ Gesamtzeit × 100`. Die eigentliche Frage ist nicht die Rechnung, sondern was die Zahl in einem Kundenvertrag wirklich heißt, und welche Minuten überhaupt als Ausfall zählen. Dieser Artikel übersetzt jede SLA-Neune in Stunden und Minuten und zeigt dir, worauf es beim Unterschreiben ankommt.

- **Formel:** Verfügbarkeit = (Gesamtzeit − Ausfallzeit) ÷ Gesamtzeit × 100.
- **Die Kurzreferenz:** 99 % = 3,65 Tage Ausfall/Jahr · 99,9 % = 8,76 Std./Jahr · 99,99 % = 52,6 Min./Jahr · 99,999 % = 5,3 Min./Jahr.
- **Jede zusätzliche Neune senkt die erlaubte Ausfallzeit um 90 %**: der Betriebsaufwand steigt dabei überproportional.
- **Der Messzeitraum entscheidet:** Monatlich gemessene 99,9 % sind strenger als jährlich gemessene, weil sich lange Vorfälle nicht wegmitteln.
- **Was als „Ausfall" zählt** (geplante Wartung, Teilstörungen, Reaktionszeit), legt allein deine SLA-Definition fest, nicht die Prozentzahl.

## Verfügbarkeit berechnen: die Formel in einem Satz

Verfügbarkeit ist der Anteil der Zeit, in dem ein System erreichbar war, geteilt durch die gesamte betrachtete Zeit, in Prozent. Die Formel lautet:

```
Verfügbarkeit (%) = (Gesamtzeit − Ausfallzeit) ÷ Gesamtzeit × 100
```

Ein Rechenbeispiel für einen Monat mit 30 Tagen. Der Monat hat `30 × 24 × 60 = 43.200` Minuten. Fällt eine Seite in diesem Monat 22 Minuten aus, ergibt das `(43.200 − 22) ÷ 43.200 × 100 = 99,95 %`. Mehr steckt mathematisch nicht dahinter.

Der Streit im Vertrag entzündet sich nie an der Formel, sondern immer an einem einzigen Wort: **Ausfallzeit**. Zählt geplante Wartung mit? Zählt eine Seite, die lädt, aber der Warenkorb hängt? Zählt die Zeit ab dem ersten fehlgeschlagenen Check oder ab der Bestätigung? Jede dieser Definitionen verschiebt das Ergebnis, und genau deshalb ist ein SLA ein Definitionsdokument, kein Rechenblatt.

Die Verfügbarkeitsformel ist trivial. Was „Ausfallzeit" bedeutet, ist die eigentliche Vertragsentscheidung, und die trifft nicht die Prozentzahl, sondern deine SLA-Definition.

## Die Neunen-Tabelle: SLA-Prozente in echte Ausfallzeit übersetzt

Hier ist die Umrechnung, wegen der du hergekommen bist. Jede Zeile zeigt, wie viel Downtime eine Verfügbarkeitsstufe über verschiedene Zeiträume erlaubt. Die Werte sind gerundet und gehen von durchgehendem Betrieb aus (24/7, 365-Tage-Jahr).

| Verfügbarkeit | Ausfall / Jahr | Ausfall / Quartal | Ausfall / Monat | Ausfall / Woche | Ausfall / Tag |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| **99 %** („zwei Neunen") | 3,65 Tage | 21,6 Std. | 7,2 Std. | 1,68 Std. | 14,4 Min. |
| **99,5 %** | 1,82 Tage | 10,8 Std. | 3,6 Std. | 50,4 Min. | 7,2 Min. |
| **99,9 %** („drei Neunen") | 8,76 Std. | 2,16 Std. | 43,2 Min. | 10,1 Min. | 1,44 Min. |
| **99,95 %** | 4,38 Std. | 1,08 Std. | 21,6 Min. | 5,04 Min. | 43,2 Sek. |
| **99,99 %** („vier Neunen") | 52,6 Min. | 13,0 Min. | 4,32 Min. | 1,01 Min. | 8,64 Sek. |
| **99,999 %** („fünf Neunen") | 5,26 Min. | 1,3 Min. | 25,9 Sek. | 6,05 Sek. | 0,86 Sek. |

Zwei Dinge fallen sofort auf. Erstens: Der Sprung von 99 % auf 99,9 % ist gewaltig, von dreieinhalb Tagen auf unter neun Stunden Jahresausfall. Zweitens: Ab 99,99 % reden wir über Minuten pro Jahr, also über eine Zahl, die ein einziger schlecht getimter Vorfall komplett aufbraucht.

99,9 % = 8,76 Stunden Ausfall pro Jahr. 99,99 % = 52,6 Minuten. Jede weitere Neune teilt die erlaubte Ausfallzeit durch zehn.

## Warum jede zusätzliche Neune das Fehlerbudget zehntelt

Jede weitere Neune senkt die erlaubte Ausfallzeit um exakt 90 %. Das ist keine Faustregel, sondern folgt direkt aus der Mathematik: Der erlaubte Ausfall ist `(100 % − Verfügbarkeit)`. Von 99,9 % auf 99,99 % fällt dieser Rest von 0,1 % auf 0,01 %, ein Zehntel. Das übrig bleibende Zeitfenster nennt man **Fehlerbudget** (Error Budget): die Ausfallzeit, die du dir „leisten" darfst, ohne die SLA zu brechen.

Der Haken: Der Betriebsaufwand steigt nicht linear, sondern überproportional. Von 99 % auf 99,9 % kommst du mit solidem Hosting und schneller Alarmierung. Von 99,9 % auf 99,99 % brauchst du Redundanz, automatisches Failover und eine Reaktionszeit in Minuten, rund um die Uhr. Die letzte Neune kostet oft mehr als alle davor zusammen.

Für Agenturen und MSPs heißt das: Versprich im Vertrag die Neune, die du im Betrieb wirklich halten kannst, nicht die, die im Pitch gut klingt. Eine gebrochene 99,99 %-Zusage kostet dich mehr Vertrauen, als eine ehrliche 99,9 %-Zusage je gebracht hätte.

Ob du deine zugesagte Neune hältst, weißt du nur mit echten Messdaten. Uptimeify prüft jede Seite im Minutentakt von mehreren EU-Standorten und rechnet die Verfügbarkeit pro Tag, Monat und Jahr aus.

## Der Messzeitraum entscheidet mehr als die Prozentzahl

Dieselbe Prozentzahl bedeutet je nach Messzeitraum eine völlig andere Zusage. 99,9 % monatlich gemessen sind deutlich strenger als 99,9 % jährlich gemessen, weil sich ein langer Vorfall über ein Jahr wegmittelt, über einen einzelnen Monat aber nicht.

Ein Beispiel: Eine Seite fällt im März für sechs Stunden aus, läuft den Rest des Jahres perfekt. Über das **Jahr** gerechnet landest du bei rund 99,93 %, SLA gehalten. Über den **März** gerechnet bei etwa 99,2 %, SLA klar gerissen. Gleiche Störung, gegensätzliches Ergebnis. Der einzige Unterschied ist der Nenner in der Formel.

Für Kundenverträge ist die monatliche Messung meist die fairere Wahl: Sie ist nachvollziehbar, deckt sich mit dem monatlichen Report, den dein Kunde ohnehin erwartet, und verhindert, dass ein schlechter Monat unter einem guten Jahr verschwindet. Schreib den Messzeitraum genauso explizit in den Vertrag wie die Prozentzahl, sonst streitet ihr im Ernstfall über den Nenner.

## Was im Kundenvertrag wirklich zählt: die Definition von „Ausfall"

Die Prozentzahl ist der sichtbare Teil einer SLA. Der teure Teil steht im Kleingedruckten, in der Definition, welche Minuten überhaupt als Ausfall zählen. Drei Punkte solltest du vor jeder Unterschrift klären.

**Geplante Wartung.** Technisch ist auch angekündigte Wartung erst mal Downtime. Übliche Praxis ist, definierte, vorab kommunizierte Wartungsfenster von der Verfügbarkeitsrechnung auszunehmen. In Uptimeify legst du dafür ein Wartungsfenster an: Der betroffene Monitor läuft dann als „In Wartung", feuert keine Alarme und erscheint auf der Status-Seite als Wartung statt als Störung. So bleibt dein Report deckungsgleich mit dem, was der Vertrag ausklammert.

**Teilstörungen.** Eine Seite, die mit 200 OK antwortet, aber deren Checkout hängt, ist für den Kunden ausgefallen, für einen simplen Ping aber „online". Definiere, was „verfügbar" heißt: reine Erreichbarkeit oder Funktion. Mehrstufige Browser-Flows, die einen echten Kaufprozess durchklicken, machen aus „Server antwortet" ein belastbares „die Funktion läuft".

**Der Startpunkt der Ausfallzeit.** Zählt die Uhr ab dem ersten fehlgeschlagenen Check oder ab der Bestätigung von mehreren Standorten? Uptimeify bestätigt jeden Ausfall von mehreren EU-Standorten, bevor ein Incident geöffnet wird. Ein einzelner Netzwerk-Schluckauf an einem Knoten löst also keinen Alarm und keine angerechnete Ausfallzeit aus. Das schützt deine Statistik vor Fehlalarmen, die dir sonst künstlich Downtime in den Report schreiben.

Nicht die Neune kostet dich im Ernstfall Geld, sondern die Definition dahinter: geplante Wartung, Teilstörungen und der Startpunkt der Ausfallzeit. Klär alle drei, bevor du unterschreibst.

## Von der Zahl zum Beleg: Verfügbarkeit sauber reporten

Eine berechnete Verfügbarkeit ist nur so viel wert wie der Beleg dahinter. Wenn dein Kunde am Monatsende „99,95 %" liest, muss die Zahl aus echten Messdaten stammen, nicht aus einer Schätzung. Genau hier trennt sich die Behauptung vom Nachweis.

Der saubere Ablauf: kontinuierlich von mehreren Standorten messen, geplante Wartung sauber ausklammern, echte Ausfälle mit Zeitstempel dokumentieren und das Ganze am Monatsende in einen Report gießen, der die berechnete Verfügbarkeit, die Vorfälle und die Zeiträume zeigt. Bei Uptimeify läuft dieser Report white-labeled, mit deinem Logo, unter deiner Marke, und automatisiert als PDF. Aus der abstrakten Neune wird so ein monatlicher Beweis deines Werts, den kein Kunde mehr in Frage stellt.

Das ist der eigentliche Grund, die Neunen zu verstehen: nicht um im Pitch mit „99,99 %" zu glänzen, sondern um eine Zahl zuzusagen, die du misst, hältst und Monat für Monat belegst.

Verfügbarkeit berechnen ist der erste Schritt, sie deinem Kunden zu belegen der zweite. Uptimeify erzeugt gebrandete SLA-Reports mit deinen Messdaten, automatisch und unter deiner eigenen Domain.
